Bergbau im Geopark

Im GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus finden sich die Zeugnisse einer 2000 Jahre alten Bergbaugeschichte. Neben Eisenerz, dessen Abbau schon während der La-Tène-Zeit (ca. 500 – 100 v. Chr.) begann, wurden und werden bis heute zahlreiche weitere Rohstoffe im Gebiet des Geoparks abgebaut. Dabei hat im Laufe der Jahrhunderte der Bergbau in der Region einen stetigen Wandel durchlaufen. Seine Bedeutung hat die regionale Wirtschafts- und Kulturgeschichte maßgeblich geprägt.

Während des Mittelalters wurde das Eisenerz oberflächennah gewonnen, die sogenannten Pingen, die dabei entstanden, sind noch heute vielerorts im Geopark nachweisbar. In der Zeit zwischen den Weltkriegen wurden im Lahn-Dill-Gebiet fast 50 Erzgruben betrieben, die das berühmte Erz vom Typ Lahn-Dill abbauten. Doch hohe Förderkosten und wachsender Druck aus dem Ausland ließen den Eisenerzabbau zunehmend unwirtschaftlich werden. 1983 wurde mit der „Grube Fortuna" die letzte Eisenerzgrube im Lahn-Dill-Gebiet geschlossen. Heute kann man im „Besucherbergwerk Grube Fortuna“ der Faszination Bergbau nachspüren und auf den Spuren der Bergleute wandeln.

Heute noch werden vielerorts im Geopark Diabas und Quarzkeratophyr mitteldevonischen Ursprungs abgebaut, die als Schotter und Splitt im Straßenbau Verwendung finden. Auch der Abbau devonischen Massenkalks erfolgt im Gebiet des Geoparks. Die hiesigen Kalksteinvorkommen sind von europaweit einzigartiger Qualität und finden nicht nur im Baugewerbe und als Zuschlag für die Eisenverhüttung Anwendung, sondern auch in der Arzneimittel- und Kosmetikherstellung sowie in der Lebensmittelindustrie.

Der berühmte Lahn-Marmor sowie der früher als Dachschiefer genutzte devonische Schiefer haben heute kaum mehr wirtschaftliche Bedeutung. Große Abraumhalden des einstigen Schieferabbaus sowie ehemalige Steinbrüche des Lahn-Marmors zeugen jedoch auch heute noch von der Bedeutung dieser Rohstoffe. Und wer aufmerksam den Geopark bereist, der wird vielerorts in Dörfern und Städten Schiefer und Kalkstein wiederentdecken, als Baumaterialien an Bauwerken wie Wohnhäusern, Kirchen oder Treppen.

Der Westerwald ist bekannt als „Kannenbäckerland". Der Name leitet sich ab von den Kannen und Krügen aus weißem, graublauem und braunem Steinzeug, die im Westerwald hergestellt wurden und werden. Ausgangsmaterial ist tertiärer Ton, der heute auch zu keramischen Hochleistungswerkstoffen verarbeitet wird und in der Medizintechnik sowie in der Luft- und Raumfahrt Anwendung findet. Der Westerwälder Basalt ist ein weiterer Rohstoff, der bis heute abgebaut wird. Und schließlich wird im Gebiet des Geoparks ein Mineralwasser von so hoher Qualität gewonnen, dass seine Bezeichnung zum geflügelten Wort für Mineralwasser im Allgemeinen wurde – das Selterswasser.

Zusammengestellt von Uli Horch. PDF öffnet sich bei Klick auf das Bild.

Liedertest: Glück auf der Steiger kommt. PDF öffnet sich bei Klick auf das Bild.