Geotop des Jahres 2018 ausgezeichnet

Löhnberger Mineralbrunnen Sauerborn erhält den Titel

Bereits zum dritten Mal zeichnet der Nationale GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus ein „Geotop des Jahres“ aus. Im Jahr 2018 ist die Wahl aus fachlichen und sachlichen Gründen auf das Geotop Natürlicher Löhnberger Mineralbrunnen Sauerborn gefallen.

Von links nach rechts: Jan Gräf (Geopark), Dr. Frank Schmidt (Bürgermeister der Gemeinde Löhnberg), Knut Rehn (Leiter des Geoparks), Michael Volkwein (Geopark), ©Stefanie Gelbert, Gemeinde Löhnberg.
Löhnberger Quellwasser für Alle: Bürgermeister Dr. Frank Schmidt schenkt aus.

An über 20 Stellen im GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus sprudeln unterschiedliche Wasser aus der Erde hervor. Besonders im Löhnberger Becken gibt es zahlreiche Vorkommen von spritzigem Mineralwasser, weshalb sich gerade hier viele Brunnenbetriebe angesiedelt haben. Zu Ihnen gehört das berühmte Selterswasser aber auch kleinere Quellen wie der Löhnberger Sauerborn, die in den jeweiligen Gemeinden bedeutende Wirtschaftsfaktoren waren.

Löhnbergs Bürgermeister Dr. Frank Schmidt fühlte sich sehr geehrt, dass der Löhnberger Sauerborn diese Auszeichnung erhalten hat und bedankte sich bei den Vertretern des Geoparks, auch für die bereits jahrelange, gute Zusammenarbeit.

Die erste Aufzeichnung des Sauerborn Brunnens stammt aus dem 16. Jahrhundert, wo dieser als Dorfbrunnen für die Bevölkerung diente. Heute liegt der Brunnen an dem überregionalen Radfernweg R7 und wurde 2004, nach Renovierung, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.


 

GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus: Ein Kurzportrait

Weitere Infos zum Löhnberger Sauerborn gibt es im Flyer zum Geotop des Jahres 2018 und zum Thema Mineralwasser im Geopark Westerwald-Lahn-Taunus hält unsere spannende Broschüre ein ganzes Kapitel bereit.


Knut Rehn, Leiter des Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus, sieht den „Bodenschatz Wasser“ als Aushängeschild der Region, da viele Menschen schon seit langer Zeit und heute immer noch, ihr Geld damit verdienen. Die Region und seine Geologie seien durch die Vorkommen an Basalt, Schiefer, Eisenerz, Ton, Kalk und Wasser sehr interessant, so dass die Wahl in diesem Jahr nicht schwer war. Das Wassermuseum in Löhnberg ist bereits seit dem vergangenen Jahr Geopunkt, so dass diese Auszeichnung eine passende Ergänzung bildet.

So wie das Geotop des Jahres 2018 sind die meisten Brunnenquellen im Geopark sogenannte Säuerlinge − das Wasser enthält also natürliche Quellkohlensäure. Für das erfrischende Prickeln im Wasser ist der noch junge Vulkanismus in der Region verantwortlich, denn das Kohlenstoffdioxid überträgt sich durch den Kontakt mit entgegenströmendem Magma. An den Stellen, an denen das Wasser bis an die Oberfläche hervorsprudelt, haben sich zuvor Risse unter der Erde bis zur Oberfläche gebildet, durch die sich das Wasser seinen Weg bahnt. Diese sogenannte Bruchschollenhebung wird von der steten Anhebung des Rheinischen Schiefergebirges verursacht. Die Menschen haben ein wenig nachgeholfen, indem sie, in der Hoffnung, auf Wasser zu stoßen, bereits im Mittelalter nach Brunnen gebohrt haben. An vielen Stellen wurden sie fündig. Auf der langen Reise durch die Erdkruste erhält jedes Wasser eine einzigartige Zusammensetzung an Mineralstoffen und Spurenelementen, durch die es seine teils heilende Wirkung und seinen unverkennbaren Geschmack erhält. Im Rahmen des Pressetermins wurde das Geotop des Jahres feierlich von Vertretern des Geoparks und Bürgermeister Dr. Frank Schmidt ernannt, bevor die Teilnehmer des Pressetermins selbst das Wasser verköstigen konnten.