Geotop von Nationaler Bedeutung ausgezeichnet

Kubacher Kristallhöhle erhält den Titel

 

Weilburg. Für den Höhlenverein Kubach e. V. als auch für das Team der Geopark-Geschäftsstelle ist es ein ganz besonderer Tag, denn ein weiteres GeoTop von Nationaler Bedeutung wurde im GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus ausgezeichnet. Die Kubacher Kristallhöhle ergänzt das prestigeträchtige Paar von Unica-Bruch in Villmar und dem Druidenstein bei Kirchen-Herkersdorf als dritte, herausragende Stätte des geologischen Erbes unserer Region. 

Foto: Stadt Weilburg

Von den insgesamt fünf hessischen Geotopen von nationaler Bedeutung befinden sich gleich zwei im GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus. Beide Geotope, die Kubacher Kristallhöhle die gleichzeitig eines der 10 Infozentren des Geoparks ist und der Unica-Bruch in Villmar, befinden sich zudem im Landkreis Limburg-Weilburg. Knut Rehn, Leiter des Geoparks übergab die Auszeichnung an den ersten Vorsitzenden des Höhlenvereins, Uwe Mathes. Eine Auszeichnung dieser Tragweite wurde im Beisein eines großen Kreises von Sympathisanten der Höhle übergeben.

Zur Übergabe kamen u. a. der erste Kreisbeigeordnete des Kreises Limburg Weilburg, Jörg Sauer und Eckart Mascus, Leites des Amts für den ländlichen Raum des Kreises Limburg-Weilburg. Als Vertreter der Stadt Weilburg waren Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch, zusammen mit zahlreichen weiteren Mitgliedern des Magistrats der Stadt Weilburg gekommen sowie Vanessa Bäcker, Leiterin der städtischen Tourismus und Wirtschaftsförderung. Frau Dipl.-Geologin Anne Kött vertrat das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie, welches die Kubacher Kristallhöhle als Objekt vorgeschlagen hatte. Bürgermeister Hanisch dankte dem Höhlenverein um die beiden Vorsitzenden Gerd und Uwe Mathes für Ihr Engagement zum Erhalt der Kristallhöhle.

Hintergrund zur Auszeichnung „Nationaler Geotop“

Ziel dieser hohen Auszeichnung besteht darin, eine breite Öffentlichkeit auf die Naturschätze Deutschlands aufmerksam zu machen und somit auch das Bewusstsein für das geologische Erbe unseres Landes zu fördern. Ausgezeichnete Geotope sind von „außergewöhnlicher natürlicher Ausprägung“, langfristig erhaltbar und „öffentlichen Informationsmöglichkeiten zugeordnet“. Neben Einzelobjekten konnten auch Ensembles bzw. geeignete Landschaften vorgeschlagen werden.

Zu diesem Zweck rief im Jahr 2004 die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien (AGG) in Hannover (früher: Akademie der Geowissenschaften zu Hannover) zu einem Wettbewerb auf, mit dem die bedeutendsten Geotope Deutschlands erfasst werden sollten. Weiterer Zweck des Wettbewerbs war es, mögliche Kandidaten zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe zu identifizieren. Aus den 180 eingereichten Bewerbungen wählte eine Jury unter Beteiligung der Geologischen Landesdienste 77 Objekte aus und veröffentlichte einen Bildband „Faszination Geologie“.

Die Besonderheit der Kubacher Kristallhöhle

Im Juli 2019 schlug das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) das Geo-Objekt ,,Kubacher Kristallhöhle" als ein neues Nationales Geotop der Bundesrepublik Deutschland vor. Zahlreiche Calcit-Kristalle und perlartige Sinterbildungen schmücken die Höhlenwände und spiegeln sich in einem kleinen Höhlensee, dem „Domsee“ – diese namensgebenden Calcit-Kristalle sind deutschlandweit einzigartig und ein Grund weshalb die Kubacher Kristallhöhle zu dieser Auszeichnung gekommen ist. Ein weiteres Highlight ist die einzigartige „Südhalle“, ein Teil der Höhle mit 30 m Höhe und 15 m Breite – es ist die höchste Halle in allen deutschen Schauhöhlen. Mit sehr großem Engagement hat der Höhlenverein Kubach e. V. die Schauhöhle für die Öffentlichkeit zugemacht und kümmert sich um den Erhalt dieses Naturschatzes. Dank dieser offiziellen Auszeichnung durch die Akademie der Geowissenschaften und Geotechnologien steht die Kubacher Kristallhöhle in einer Reihe mit den UNESCO- Weltnatur- bzw. Weltkulturerbestätten Grube Messel und Oberes Mittelrheintal.

Der Zweite Vorsitzende Gerd Mathes erläuterte die bewegte Geschichte der Höhle. So seien seit der Entdeckung der Kristallhöhle und der ersten Befahrung 50 Jahre vergangen. Seit der Erschließung der Höhle hätten insgesamt 1,7 Mio. Besucher das GeoInformationszentrum gesehen. Als Ehrenamtlicher Höhlenverein haben Sie schon viel erreicht aber auch viel vor:  Projekte in naher Zukunft sind die die Umgestaltung des Höhlenhauses und die Entwicklung eines Phosphoritlehrpfades zusammen mit dem Team der Geopark-Geschäftsstelle.