Alles begann mit Brauneisenstein

GeoTop Grube Schlagkatz

Nach der Entdeckung von Brauneisenstein in den Distrikten Schlagkatzgraben und Nonnenwäldchen der Gemarkung Altenberg wurde das Grubenfeld Schlagkatz am 21. März 1852 an den Bergmann Johannes Demand aus Altenkirchen im Amt Weilburg, dem Drechselmeister Carl Winter aus Braunfels und dem Steiger Johannes Kemp aus Philippstein verliehen. Das Unternehmen Buderus erwarb 1862/63 je ein Drittel der Anteile und intensivierte den Grubenfeldbetrieb mit dem westlich gelegenen Tagebau, während der Rest 1871 an die Firma Krupp veräußert wurde.

Die Belegschaft der Grube Schlagkatz im Jahre 1887 Foto: Rolf Georg
Die Belegschaft der Grube Schlagkatz im Jahre 1887 Foto: Rolf Georg

1877 erreichte die Schlagkatz ihre Förderhöchstleistung mit 34.596 Tonnen. Die Brauneisenlager wiesen eine Mächtigkeit von 10 bis 15 Metern auf und lagen unter 1 bis 18 Meter breitem Deckgebirge,
wobei der überwiegende Teil im Tagebau gewonnen wurde. Zwischen 1903 und 1921 betrieb man die Grube Schlagkatz nur noch mit Unterbrechungen: Die großen Mengen an Abraum und die schwache Qualität des manganhaltigen Brauneisensteins führten zur Unwirtschaftlichkeit des Betriebes.

Das Lahn-Dill-Gebiet war über Jahrhunderte durch den Bergbau geprägt und eines der bedeutendsten Eisenerzreviere in Deutschland. Entdecken Sie im Geopark die mehr als 2000 - jährige Geschichte des Reviers auf den Stationen der Bergmannsroute oder direkt in einem unserer Besucherbergwerke Grube Fortuna, Grube Bindweide oder dem Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen.

Ort:

35606 Solms-Oberbiel

Internet:
Karte (Google Maps)

Die Umgebung der Grube Schlagkatz heute. Foto: Philipp Borchardt
Die Umgebung der Grube Schlagkatz heute. Foto: Philipp Borchardt

Ein Grubengelände im Wandel der Zeit
Die Tagesanlagen der Grube Schlagkatz bestanden aus einem Zechenhaus, einer Schmiede und einem kleinen Verwaltungsgebäude. 1865 arbeiteten auf der Grube 80 Bergleute, 1875 sogar 100. Insgesamt soll die Förderung der Grube Schlagkatz von 1862 bis zum 1. März 1921 752.000 Tonnen betragen haben. In den 1960er Jahren wurde die Karstlandschaft begrünt und zu einem Naherholungsgebiet ausgebaut. In den 1980er Jahren entstand durch die Oberbieler Ortsvereine die Blockhütte Schlagkatz. Heute dient die Schlagkatz als Stätte für öffentliche und private Veranstaltungen.