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Nanzenbach – ein Dorf mit Bergbaugeschichte im GEOPARK

Neuer Geoparkfilm vorgestellt

„Nanzenbach – ein Dorf mit Bergbaugeschichte im GEOPARK“, so lautet der Titel eines neuen, knapp 40 minütigen Films, der am Freitagvormittag im Evangelischen Gemeindehaus dieses Dillenburger Stadtteils vorgestellt wurde. Er ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projektes von Grundschule und Heimatverein und ist unterstützt worden von der Geschäftsstelle des Nationalen GEOPARKs Westerwald-Lahn-Taunus. Wie groß das Interesse daran ist, zeigt die Zahl der Zuschauer: Schulleiterin Julia Höhl konnte neben 32 Schülern um die hundert Erwachsene willkommen heißen.

Die Initiatoren und auch Organisatoren des Films waren Uli Horch und das Ehepaar Renate und Ulrich Thomas. Im Mittelpunkt stand ein gutes Dutzend Unterrichtsstunden. Horch machte zunächst anhand von historischen Fotos die Kinder mit der Geschichte des Schelderwald-Bergbaus vertraut, die in Nanzenbach vor genau fünfzig Jahren mit der letzten Schicht des „Königszugs“ endete.

Helmut Gräb hatte hier noch sein Geld verdient. Er berichtete den kleinen Zuhörern aus seinem Arbeitsleben. Unterstützt von seiner Frau Anneliese und dem Hirzenhainer Akkordeon-Spieler Paul Busch brachte er ihnen das Steiger-Lied bei.

Ein Unterrichtsgang führte diese dann eine Woche später zu dem geologischen Gärtchen, das der Heimatverein mitsamt kleinem Schaustollen und dem Modell eines Fördergerüsts auf der anderen Dorfseite angelegt hat.

Mit Hans Hartmann wanderte das dritte und das vierte Schuljahr zu den montanhistorischen Stätten bis ins Scheldetal. In der letzten Woche vor den Sommerferien empfing Joachim Hartmann sie da dann noch am Besucherstollen „Ypsilanta“ bei Oberscheld.

Den zweiten Teil des Films gestalteten die Erwachsenen alleine. Sie konnten, unterstützt von Michael Staudt, am Herrnberg filmen, wo das Verwaltungsgebäude des Hessen-Nassauischen Hüttenvereins, dessen zentrale Aufbereitung, die Waschkaue des ehemaligen Ostschachts und noch weitere Gebäude an die einstige Bergbau-Ära erinnern.

Ergänzt werden die aktuellen Aufnahmen mit historischem Archivmaterial von den Nanzenbacher Erzgruben, aber auch aus der Schiefergrube „Batzbach“ bei Wissenbach, deren Untertage-Anlagen in die Nanzenbacher Gemarkung hinein reichten.

Dass die Ursprünge der modernen metallverarbeitenden Firmen in Dillenburg im historischen Bergbau zu finden sind, dokumentierten die Hobbyfilmer mit Aufnahmen in der Isabellenhütte und bei den Gebrüder Arhelger, einem kleinen Familienbetrieb, der sich auf das CNC-Fräsen spezialisiert hat.

Zwischen dem späten Winter und dem Hochsommer fing die Kamera die ökologischen Raritäten ein, die in der umgebenden Landschaft immer noch ihren Platz haben. Orchideen, Trollblumen und Silberdisteln gehören dazu, ebenso wie der Schwalbenschwanz und andere Schmetterlinge sowie mehr ein Dutzend Fledermausarten, die in den Stollen ihre Winterquartiere haben.

So fand der Film auch viele lobende Worte von den geladenen Gästen. Landrat Wolfgang Schuster entführte gedanklich in die Zeit vor knapp 400 Millionen Jahren, als unsere Heimat noch von einem Meer bedeckt war, aber sich deren geologischen Strukturen schon herausbildeten. „Unser Nationaler GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus will genau diese Zusammenhänge zwischen der Erdgeschichte und unserem aktuellen Wirtschaftsleben aufzeigen“, erklärte Knut Rehn von dessen Geschäftsstelle dazu.  Henning Hofmann vom Dillenburger Magistrat und Marion Klein als Regionalmanagerin des Naturparks Lahn-Dill-Bergland fügten Grußworte an.

Natürlich stimmte auch an diesem Morgen Paul Busch mit seinem Akkordeon das Glückauf-Lied an, bei dem nicht nur die Kinder, sondern auch viele Erwachsene mitsangen. Der Ex-Bergmann Helmut Gräb beendete die Versammlung mit einem Bergmannsgebet.

Der Film wird demnächst über die Grundschule und über andere Verkaufsstellen im Dorf als DVD für sechs Euro zu erwerben sein.