St.Lubentius Dietkirchen (Riffkalk)

Die Pfarrkirche St.Lubentius in Dietkirchen ragt am Ufer der Lahn auf einem steilen Kalkfelsen empor. Die erste aus Stein gebaute Kirche an diesem Ort wird um das Jahr 730 n. Chr. vermutet, jedoch gehen die Spuren menschlicher Besiedlung zurück bis in die Jungsteinzeit (ca. 4000 v. Chr.). Im Jahr 838 wurde die erweiterte Kirche eingeweiht und konnte nun die Gebeine des Heiligen Lubentius aufnehmen, welche zu dieser Zeit von Kobern an der Mosel nach Dietkirchen gebracht wurden. So bewegt ist, neben der kulturellen Geschichte der Pfarrkirche, auch die geologische Geschichte des Felsens, auf dem sie gebaut ist. Der schroff aufragende Kalksteinfelsen hat seinen Ursprung im Erdzeitalter des Devon, vor etwa 375 Millionen Jahren. Zu einer Zeit, als das Gebiet inmitten eines riesigen devonischen Meeres lag, siedelten sich unter tropischen Klimabedingungen Riffbildner wie Korallen oder Stromatoporen an den Küstenrändern der Vulkaninseln an. Durch das Absterben dieser kalkschaligen Organismen bildeten sich die Kalksteinvorkommen im Lahngebiet. Der Kalkstein wird heute abgebaut und besitzt durch seine vielseitige Anwendbarkeit eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Er wird als Naturwerkstein, pulverförmiger Rohstoff für die Zementherstellung oder auch in der Glas- und Kosmetikindustrie verwendet.

Ort:
Dietkirchen, Landkreis Limburg-Weilburg