Freilichtmuseum Hauberg

Am Fuße des Rothaargebirges, eingebettet in einen Talkessel, umringt von bis zu 606 Meter hohen Bergen, liegt das alte Haubergsdorf Offdilln. Die Haubergswirtschaft ist eine Form der Waldwirtschaft, die seit Jahrhunderten im Bergland des nördlichen Lahn-Dill-Kreises betrieben wird. Der Hauberg ist dabei ein Waldstück im Privatbesitz, dessen Eigentümer eine Genossenschaft bilden. Jeder Hauberg einer Gemeinde ist in Abschnitte aufgeteilt, so genannte Schläge, von denen jedes Jahr einer abgetrieben, das heißt abgeholzt, und unter den Genossen anteilsmäßig verteilt wird. Neben der Holzwirtschaft zur Herstellung von Brennholz diente er auch der Viehhaltung und für kurze Zeit dem Getreideanbau. Besonders wichtig war diese Bewirtschaftungsform für die Eisenverhüttung: Um die hohen Temperaturen - jenseits der 1000 Grad - die für die Eisenverhüttung benötigt wurden aufrecht zu erhalten, wurde das Holz direkt am Hauberg in Kohlemeilern zu Holzkohle verarbeitet um die kleinen Hangöfen für die Eisenerzverarbeitung zu versorgen.

Aufgrund des hohen Holzkohlebedarfs war Entwicklung dieses Rotationsprinzips unumgänglich. Von den Kelten über die Franken bis ins 16. Jahrhundert wurde mehr Holz geschlagen als der Wald nachhaltig liefern konnte - das Siegerland war kahl. Eine neue hoheitliche Regelung der Waldnutzung der Grafen zu Nassau und zu Sayn führte schließlich zu einem Paradigmenwechsel in Richtung nachhaltiger Waldbewirtschaftung.

Im Freilichtmuseum auf dem Hauberg kann man drei verschiedene Epochen bestaunen. Die Haubergswirtschaft vertritt die jüngere Geschichte, ein Kohlenmeiler repräsentiert das Mittelalter und eine beispielhafte Keltensiedlung zeigt das Leben vor 2500 Jahren.

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