Der Geopark WLT

Der GEOPARK Westerwald Lahn-Taunus erstreckt sich über eine Region von ganz besonderer geologischer, landschaftlicher, kultur- und montanhistorischer Qualität. Auf 3.800 Quadratkilometern Fläche können über 400 Millionen Jahre Erdgeschichte und über 2000 Jahre Bergbaugeschichte erkundet und erlebt werden.

Wo Marmor, Stein und Eisen spricht ... und der Ton die Musik macht.

Der GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus ist einzigartig und besticht durch die Vielfältigkeit der vorkommenden Bodenschätze - er ist in erster Linie ein Geopark der Rohstoffe. Von der frühgeschichtlichen Zeit bis in die Gegenwart spielen Abbau und Verarbeitung von Rohstoffen eine bedeutende Rolle für die Menschen der Region. Die Arbeit mit Marmor, Stein und Eisen sowie Ton ist die Grundlage für die prosperierende wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung und gleichsam der rote Faden, der den gesamten Geopark durchzieht.

Die Themen des Geoparks sind vielfältig:

"Marmor"
Der polierfähige Kalkstein, genannt Lahn-Marmor, gelangte zu Weltruhm. Gewonnen u.a. im zu den bedeutendsten Geotopen Deutschlands zählenden Unica-Bruch in Villmar, ist er noch heute nicht nur in der Region selbst, sondern international z.B. im Empire State Building in New York und in der Moskauer U-Bahn, zu sehen.

Das Geotop Unica-Bruch selbst bietet einen weltweit einmaligen Einblick in ein devonisches Stromatoporen-Riff aus der Zeit vor 380 Millionen Jahren und stellt ein bemerkenswertes Klimazeugnis dar. Aufbereitet werden Geologie und Geschichte des Lahn-Marmors im Geopunkt Lahn-Marmor-Museum in Villmar.

"Stein"
Sowohl devonischer als auch paläogener Vulkanismus führte zur Bildung mächtiger Lagerstätten von Basalt und Diabas. Diese Rohstoffe werden noch heute an vielen Stellen im Geopark gewonnen und u.a. zu Straßenbaumaterial und Natursteinen für die Fassadengestaltung verarbeitet.

Eindrucksvoll sind die Basaltsäulen am Druidenstein bei Herkersdorf, der zu den bedeutendsten Geotopen Deutschlands zählt, während der Diabas im Steinbruch Rachelshausen besonders augenfällig aufgeschlossen ist. Die Gewinnung und Verarbeitung des Basalts werden u.a. im Geoinformationszentrum Stöffel-Park dokumentiert und erlebbar gemacht.

"Eisen"
Wohl kaum ein anderer Rohstoff hat die industrielle Entwicklung des Geopark-Gebietes so intensiv beeinflusst wie das Eisenerz. Bis in jüngste Zeit reicht die Phase des Eisenerz-Abbaus, der erst 1983 mit der Aufgabe der Grube Fortuna eingestellt wurde. Heute besitzt der Geopark mit dem Geoinformationszentrum Geowelt Fortuna ein einmaliges Ensemble geologischer und montanhistorischer Zeugnisse, die mittels Schachtfahrung 150 m unter Tage erlebbar werden. Hinzu kommen eine Vielzahl weitere Besucherbergwerke und Museen, die als Geopunkte das Thema Eisenerz darstellen.

"Ton"
Aus der jahrhundertelangen Tradition des Kannenbäckerlandes zur Gewinnung des Rohstoffes Ton und zur Herstellung von Gebrauchssteingut ist eine heute weltweit vernetzte Nutzung des Tones für die High-Tech-Industrie bis hin zur Gegenwart gewachsen. Anschaulich zu sehen ist diese Entwicklung im Geoinformationszentrum Keramikmuseum Westerwald.

"Kulturgeschichte"
Marmor, Stein, Eisen und Ton sprechen nicht nur über Millionen von Jahren geologischer Entwicklung, sondern erzählen auch über die gesellschaftliche Prägung der Menschen und der Entwicklung ihrer Arbeitswelt, vom Bergmann und Nebenerwerbslandwirt über den Kipper in den Basaltbrüchen, bis zum Arbeiter in der Schwerindustrie am Hochofen.

Kommen Sie mit auf eine Zeit- und Entdeckungsreise in unseren Geopark!